Studentenwerk Potsdam.
Quelle: www.Studentenwerk-Potsdam.de
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Jobben und Studium

Viele Studierende gehen neben dem Studium jobben, um ihr Studium zu finanzieren.

Die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, die im Sommersemester 2009 durchgeführt wurde, hat ergeben, dass mehr als zwei Drittel der Studierenden neben dem Studium erwerbstätig sind. Trotz Verdichtung des Studiums ist die Erwerbsquote von 64 % im Jahr 2006 auf 67 % angestiegen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Formen und zeitlichen Abläufe (gelegentlich, häufig, regelmäßig) der Erwerbstätigkeit. Die meisten Studierenden wollen den sozialversicherungsrechtlichen Studierendenstatus nicht gefährden, deshalb müssen einige Besonderheiten beachtet werden.

Allgemeine Hinweise:
Als Studierender hat man die gleichen Rechte wie jeder andere Arbeitnehmer, das heißt, Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und wenn der Tarifvertrag es hergibt auch Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld. Sofern man länger als einen Monat in einem Unternehmen tätig ist, steht dem Studierenden ein schriftlicher Arbeitsvertrag zu. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist auch dann zu gewährleisten, wenn die Arbeitszeiten variabel sind, vorausgesetzt, diese wurden vorher vereinbart.

Folgend sind die Gruppen aufgeführt, die im Rahmen einer studentischen Tätigkeit möglich sind:

Gruppe I: Minijob/ geringfügige Beschäftigung
Minijobs sind geringfügig entlohnte Beschäftigungen, deren Entgelt bei maximal 450 € liegen. Verdienst, der unter der 450 €- Grenze liegt, wird nicht besteuert und Sozialversicherungen werden nicht abgezogen.
Auch beim Minijob kann der Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte verlangen. Dann können eventuell abgezogene Steuern über den Lohnsteuerjahresausgleich zurück geholt werden (Siehe Lohnsteuerkarte). In der Regel verlangt der Arbeitgeber keine Lohnsteuerkarte, sondern zahlt pauschale Beträge: Die Beitragshöhe für die Krankenversicherung liegt bei 13% des Verdienstes, die Beitragshöhe der Rentenversicherung bei 15%. Eine Ausnahme bilden Minijobs in Privathaushalten: hier zahlen die Arbeitgeber jeweils 5% in die Kranken- und Rentenversicherung ein.

Mehrere Minijobs nebeneinander:
Haben Studierende mehrere Minijobs nebeneinander und bleiben diese zusammengerechnet unter  450 €, müssen keine Beiträge in  die Sozialversicherung eingezahlt werden. Ist der Verdienst nur einen Cent über der Grenze,  so werden für ordentlich Studierende (nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten) Beiträge in die Rentenversicherung fällig.

Gruppe II: Midijob (regelmäßiger Verdienst über 450 €- 850 €)
Jeder Studierende muss eine Lohnsteuerkarte vorlegen, da Beschäftigungen über 450 € monatlich steuerpflichtig sind. Bleibt der Verdienst unter der Verdienstgrenze von aktuell 8130 € (2013), so kann man die einbehaltene Lohnsteuer über eine Lohnsteuererklärung zurück bekommen. Voraussetzung ist, dass der Lohn über eine Lohnsteuerkarte abgerechnet wurde.

Rentenversicherung:
Als Arbeitnehmer/ in versicherungspflichtig. Die Beiträge sind gestaffelt und orientieren sich an der Höhe des Lohns: bei 450,01 € liegt der Arbeitnehmeranteil bei ca. 4%, bei 850 € bei bis zu 9,45 %. Der Arbeitgeber zahlt einen einheitlichen Betrag von 9,45 %.

Kranken- und Pflegeversicherung:
Studierende müssen in der Regel keine Beiträge einzahlen. Dies gilt jedoch nur solange, wie sie als „ordentliche“ Studierende gelten, das heißt, nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Diese Grenze kann überschritten werden, wenn die Tätigkeit innerhalb des Semesters überwiegend nach dem Studium, abends und am Wochenende, ausgeübt wird.

Gruppe III: Jobben während der Semesterferien
Beschäftigungen in den Semesterferien ohne Rücksicht auf das monatliche Entgelt sind steuerpflichtig. Die gezahlten Steuern können mit Hinblick auf den Freibetrag von aktuell 8130 € (2013) im Rahmen einer Steuererklärung zurückgeholt werden.

Kranken- und Pflegeversicherung:
Als Arbeitnehmer/in versicherungsfrei, auch wenn die Beschäftigung mehr als 2 Monate oder 50 Kalendertage dauert, aber ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt werden.

Rentenversicherung:
Grundsätzlich versicherungspflichtig, aber:
Bei Tätigkeiten im Rahmen der Fallgruppe II entstehen gestaffelte niedrigere Beiträge innerhalb der Verdienstgrenze von 450,01 € bis 850 €. Fällt der Lohn höher aus, so muss der volle Beitragssatz von aktuell 18,9 % je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt werden.
Die Tätigkeit ist versicherungsfrei, wenn sie auf 50 Tage oder 2 Monate begrenzt ist. Dies muss vertraglich im Voraus geregelt werden.

Praktika:
Vorgeschriebene Praktika
Studierende, die während ihres Studiums ein in der Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolvieren, sind in allen Bereichen der Sozialversicherung beitragsfrei. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Höhe des Verdienstes spielen keine Rolle.

Freiwillige Praktika
Wird ein Praktikum absolviert, welches nicht in der Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, so ist ein Verdienst über 450 € sozialversicherungspflichtig.

 

Hinweise zur Krankenversicherung:
Studierende, die über ihre Eltern familienversichert sind (in der Regel bis zum 25. Lebensjahr) dürfen ein regelmäßiges Einkommen von 385 € oder im Rahmen eines Minijobs 450 € monatlich verdienen. Ist die Tätigkeit nur auf die Semesterferien beschränkt und dauert nicht länger als zwei Monate, so kann auch mehr verdient werden. Um sicher zu gehen, lohnt es sich genaue Informationen der betreffenden Krankenkasse über bestehende Grenzen einzuholen.  Sollte die Einkommensgrenze überschritten werden, so muss sich der Studierende mit einer studentischen Pflichtversicherung selbst versichern.

Kindergeld:
Ab 2012 gibt es eine neue Regelung bezüglich des Kindergeldes bei Studierenden:

In der Erstausbildung spielt der Nebenverdienst keine Rolle, die Einkommensgrenze von 8004 € gilt nicht mehr.

Studierende, die vorher ein anderes Studium oder eine Ausbildung erfolgreich absolvierten, werden nur dann berücksichtigt:

- wenn Sie keiner Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Stunden/ Woche nachgehen
- ein Studierende sich in einem Ausbildungsverhältnis, z.B. einem Referendariat befindet oder
- der Studierende einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht

Lohnsteuerkarte:
Studierende, die mehr als 400 € im Monat verdienen, müssen beim Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte abgeben. Mit dem Wechsel von der Lohnsteuerkarte in Papierform auf ein elektronisches Verfahren bleiben die bisher ausgestellten LSK von 2010 bis Anfang 2013 gültig, sofern sich keine relevanten Änderungen ergeben. Beim Wechsel des Arbeitgebers kann diese oder eine beim zuständigen Finanzamt ausgestellte Bescheinigung eingereicht werden. Studierende, die noch nicht gearbeitet haben, beantragen eine „arbeitgeberbezogene Bescheinigung“ vom Finanzamt und reichen diese beim zukünftigen Arbeitgeber ein.

Diese wird, sofern der Studierende alleinstehend ist und kein Kind hat, auf die Steuerklasse I ausgestellt.

Hat der Studierende mehrere Jobs, so kann er sich auch eine zweite und dritte Lohnsteuerkarte ausstellen lassen, diese wird dann in der Steuerklasse VI ausgestellt, sodass höhere Steuern anfallen.

Steuern und Sozialabgaben werden erst einmal vom Verdienst abgezogen. Liegt der Verdienst unter 8130 € (Einkommenssteuerfreibetrag 2013), so können die abgezogenen Steuern am Ende des Jahres mit der Lohnsteuererklärung über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückgeholt werden. Von dem Verdienst werden 1000 € als Werbungskosten abgezogen.

Unfallversicherung:
Als Studierende mit einem ordentlich gemeldeten Minijob ist man im Rahmen einer Unfallversicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert.

Weitere Informationen unter:
www.minijob-zentrale.de
und
www.bmas.de

Jobvermittlung des Studetenwerks Potsdam

Das Studentenwerk Potsdam bietet mit seiner Jobvermittlung einen kompetenten Ansprechpartner bei der Suche nach einer geeigneten Tätigkeit neben dem Studium an.

[zur Jobvermittlung des Studentenwerks Potsdam]

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