Studienfinanzierung und Corona:

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Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten und staatlichen Hilfen während der Corona-Krise

Stand: 08.03.2021

Viele Studierende haben wegen der Corona-Krise erhebliche Einbußen zu beklagen, weil z.B. der Job gekündigt wurde, das Arbeitsverhältnis ruht oder die Eltern nicht mehr ausreichend finanzielle Unterstützung beisteuern können. Welche Möglichkeiten haben Studierende derzeit ihren Lebensunterhalt zu sichern? Welche staatliche Hilfen kommen in Frage und welche eher nicht? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Übersicht zu finanziellen Hilfen für Studierende

Ich befinde mich in einer finanziellen Notsituation. Wo bekomme ich schnell Hilfe?

Überbrückungshilfen: Mit der Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) soll denjenigen Studierenden geholfen werden, die sich nachweislich in einer akuten, pandemiebedingten Notlage befinden und die unmittelbar Hilfe benötigen. Die Überbrückungshilfe können bis einschließlich September 2021 in- und ausländische Studierende beantragen, die an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland immatrikuliert sind. Monatlich werden bis zu 500 € ausgezahlt. Weitere Informationen zur Antragsstellung

KfW-Darlehen: Studierende aus dem In- und Ausland können temporär zinslose Darlehen bei der KfW-Bank beantrageni. Das Studentenwerk Potsdam ist jedoch kein Vertriebspartner der KfW und kann keine Legitimationsprüfung Ihrer Anträge vornehmen. Bitte wenden Sie sich für die obligatorische Identifikationsfeststellung an eine Bank oder Sparkasse. Informationen zu derzeit erreichbaren Vertriebspartnern erteilt auch die KfW-Hotline von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr unter 0800 539-9003.

Was hat sich beim BAföG verändert? Habe ich jetzt Anspruch auf mehr BAföG? Oder: Bisher habe ich kein BAföG bekommen. Habe ich jetzt Anspruch darauf?

BAföG beantragen oder aktualisieren:

Durch die Corona-Pandemie hat sich womöglich Ihr eigenes Einkommen oder das Ihrer Eltern verringert. Selbst wenn Sie bisher nicht förderberechtigt waren, kann sich das nun geändert haben.

Studierende können über das BAföG bis zu 861 Euro im Monat erhalten. Die Hälfte der Förderungssumme wird dabei als Zuschuss vergeben. Wenn Sie bereits BAföG bekommen und sich Ihr Einkommen oder das der Eltern geändert hat, können Sie einen Aktualisierungsantrag stellen. Weitere Informationen zum BAföG

Länger BAföG:

Mit dem Inkrafttreten der Hochschulpandemieverordnung am 14.10. und der entsprechenden Anpassung vom 28.01.2021 im wurde die individuelle Regelstudienzeit für alle im Sommersemester 2020 bzw. im Wintersemester 2020/21 immatrikulierten Studierenden um ein Semester verlängert. BAföG-Empfänger*innen, die an den Brandenburger Hochschulen immatrikuliert sind, bekommen demnach bis zu zwei Semester länger BAföG. Zudem kann der nach § 48 BAföG erforderliche Leistungsnachweis insgesamt ein bzw. zwei Semester später vorlegt werden.

Kann ich Wohngeld beantragen?

Die Beantragung von Wohngeld kommt nur in bestimmten Konstellationen in Frage. Wer aktuell aufgrund von Jobverlust oder wegen ausbleibender Lohnzahlungen keine Einkünfte hat, ist nicht automatisch berechtigt, Wohngeld zu beantragen. Vorab muss ein BAföG-Antrag gestellt werden. Erst wenn ausgeschlossen ist, dass keine Förderung über das BAföG möglich ist (BAföG-Ablehnung "dem Grunde nach"), kann Wohngeld beantragt werden. Bei internationalen Studierenden mit Aufenthaltstitel "zu Studienzwecken" (§ 16 AufenthG) kann sich das Wohngeld oder auch ALG II möglicherweise negativ auf die Aufenthaltserlaubnis auswirken. Informieren Sie sich bei der Sozialberatung im Studentenwerk oder dem International Office Ihrer Hochschule, bevor Sie einen Antrag stellen.

Weitere Informationen bei den Wohngeldämtern der Städte und Kommunen:

Potsdam

Brandenburg an der Havel

Wildau 

Kann ich ALG II beantragen?

Vollzeitstudierende sind in der Regel von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II ausgeschlossen. Es gibt Ausnahmen (z.B. Härtefälle). Weitere Informationen erteilen wir im Rahmen unserer Sozialberatung.

Welche finanziellen Hilfen gibt es noch? Wie kann ich Geld sparen? Wie kann ich meine Rechnungen weiterhin zahlen?

Kinderzuschlag für Studierende mit Kind beantragen:

Studierende mit Kindern haben möglicherweise Anspruch auf einen Kinderzuschlag von bis zu 205 € monatlich. Die Antragstellung ist auch online möglich

Krankenversicherung, Miete, Handyrechnung, etc. stunden bzw. Ratenzahlung individuell vereinbaren:

Melden Sie sich aktiv bei Ihrer Krankenversicherung, Ihrer Wohnungsvermietung, Ihrem Handyvertragsunternehmen, etc., wenn Sie derzeit die Zahlungen gar nicht oder nur teilweise leisten können. Es kann um eine Stundung oder Teilzahlung der Beiträge und ggf. um eine Mahnsperre gebeten werden. Bitte beachten Sie auch: Der Krankenkassenversicherungsschutz ist Voraussetzung für die Immatrikulation und Rückmeldung an Ihrer Hochschule. Wenn Sie Beiträge wegen der Auswirkungen der Pandemie aktuell nicht zahlen können, sollten Sie sich umgehend mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Weitere Informationen zu Zahlungsaufschüben vom BMJV

Stipendium beantragen:

Stipendien sind zwar eine sehr günstige Form der Studienfinanzierung, brauchen in der Beantragung aber auch einen längeren Vorlauf und sind bei der kurzfristigen Überbrückung von finanziellen Engpässen nicht die erste Wahl. Weitere Informationen zu Stipendien 

Studienabschlussdarlehen oder Härtefalldarlehen beantragen:

Das Studentenwerk Potsdam bietet noch weitere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten an. Ein Überblick zu weiteren Finanzhilfen.

Welche Nebenjobs gibt es zur Zeit?

Es gibt derzeit Jobangebote für Studierende, v.a. von Privatpersonen im Bereich Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung. Aber auch Lagerarbeiter*innen und Aushilfen im Einzelhandel werden derzeit verstärkt gesucht. Sowohl über die Jobbörse des Studentenwerks als auch auf der Seite der Arbeitsagentur werden verschiedene Jobs angeboten. Weitere Informationen zu unserer Jobvermittlung.

Mir wurde gekündigt bzw. kann ich nur noch sehr wenige oder gar keine Arbeitsstunden mehr leisten. Was sind meine Rechte?

Als Arbeitnehmer*in hat man grundsätzlich einen Kündigungsschutz. Verschiedene Beratungsangebote klären zu den einzelnen Rechten auf:

Die DGB Jugend stellt eine gute Übersicht zu arbeitsrechtlichen Themen zur Verfügung.

Der AStA der Universität Potsdam bietet immer montags zwischen 15.00-19.00 Uhr eine telefonische Jobberatung an.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat Bürgertelefone zu verschiedenen Schwerpunkten (z.B. Arbeitsrecht, Minijobs, usw.) geschaltet.

Habe ich in meinem Job Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Nein. Jobbende Studierende sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Daraus folgt: Wer nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, kann auch kein Kurzarbeitergeld herausbekommen.

Ich bin neben dem Studium selbständig bzw. freiberuflich tätig und habe durch die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus meine Aufträge verloren oder kann sie nicht länger ausführen. Habe ich Entschädigungsansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz?

Konkrete behördliche Tätigkeitsverbote oder behördlich angeordnete Quarantänemaßnahmen gegen eine Person, von der im Einzelfall eine Ansteckungsgefahr ausgeht, können einen Entschädigungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) auslösen.

Freiwillige Quarantäne löst keinen Entschädigungsanspruch aus. Nach § 56 Abs. 2 IfSG bemisst sich die Entschädigung nach dem Verdienstausfall. Bei Selbständigen bemisst sich die Entschädigung auf 1/12 des monatlich verdienten Nettoeinkommens (Durchschnitt des letzten Jahres vor Einstellung der verbotenen Tätigkeit). Selbständige, die durch eine Maßnahme nach IfSG einer Existenzgefährdung ausgesetzt sind, können während der Verdienstausfallzeiten entstehende Mehraufwendungen in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet bekommen. Sollte der Betrieb schließen müssen, wird für die Dauer der Maßnahme nach IfSG zusätzlich Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang erbracht.

Entschädigungen gibt es nur auf Antrag und es gelten sehr kurze Antragsfristen! Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder dem Ende der Absonderung (Quarantäne) bei der zuständigen Behörde zu stellen.

Sie haben dazu noch Fragen? Sie erreichen uns telefonisch zu folgenden Zeiten:

Sozialberatung: Montag bis Freitag | 9 - 15 Uhr

Amt für Ausbildungsförderung: Montag, Mittwoch, Freitag | 9 - 11.30 Uhr, Dienstag | 13 - 15 Uhr

Psychosoziale Beratungsstelle: Montag bis Freitag | 9 - 15 Uhr

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