Corona-Virus: Keine Nachteile für BAföG-berechtigte Studierende

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Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Ihrer BAföG-Förderung

Stand: 09.11.2020

1. Bekomme ich weiterhin BAföG?

Ja. BAföG-berechtigten Studierenden entstehen durch die Verschiebung der Präsenzlehrveranstaltungen keine Nachteile. Pandemiebedingte Schließungen von Ausbildungsstätten im Sinne von § 2 BAföG sowie von förderungsfähigen Ausbildungsstätten im Ausland (kurzfristige Schließungen von Ausbildungsstätten bzw. Verlängerung deren vorlesungsfreien Zeiten) sind förderungsrechtlich unschädlich. Diese Schließzeiten werden als unterrichts- bzw. vorlesungsfreie Zeiten im Sinne von § 15 Abs. 2 BAföG behandelt.

Sie erhalten für den genannten Bewilligungszeitraum wie gewohnt Ihre BAföG-Zahlungen.
Alle Informationen rund um das BAföG in Corona-Zeiten finden Sie auch auf der Website des Bundes.

2. Mein Studienbeginn verzögert sich aufgrund der Pandemie. Bekomme ich trotzdem ab sofort BAföG?

Auch Studienanfänger*innen, deren Semesterbeginn sich pandemiebedingt verzögert, erhalten ihr BAföG so, als ob die Präsenzvorlesungen zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt begonnen hätten. Sofern dem Amt für Ausbildungsförderung ein vollständiger Antrag vorliegt und der BAföG-Antrag positiv beschieden wurde, bekommen Sie ab dem Monat der Antragsstellung BAföG.

3. Mein Studium verlängert sich aufgrund der Pandemie. Erhöht sich damit meine Förderungshöchstdauer?

Unvermeidbare pandemiebedingte Ausbildungsverzögerungen stellen einen schwerwiegenden Grund im Sinne des § 15 Abs. 3 Nr. 1 BAföG dar, die Förderung wird deshalb für eine angemessene Zeit über die Förderungshöchstdauer hinaus geleistet. Dies gilt auch, wenn sich z.B. die Prüfungen auf Zeiten nach der Regelstudienzeit verschieben. Nach § 48 Abs. 2 BAföG verschiebt sich ggf. auch der Vorlagetermin für Leistungsnachweise entsprechend nach hinten.

Update (Stand: 16.10.2020):

Die Hochschulpandemieverordnung des Landes Brandenburg ist am 14.10.2020 in Kraft getreten. Das heißt für unsere BAföG-Empfänger*innen: Ein Semester länger BAföG! Zudem kann der nach § 48 BAföG erforderliche Leistungsnachweis insgesamt ein Semester später vorlegt werden.Sofern Sie den Folgeantrag bereits bei uns eingereicht haben und er noch nicht beschieden ist, müssen Sie nichts weiter tun. Sie haben schon einen Bescheid für das Wintersemester 2020/2021 erhalten und dieser enthält nicht den Hinweis auf die HPandV, dann melden Sie sich bitte zur Prüfung Ihres Falles bei uns im BAföG-Amt. Die Förderungshöchstdauer ist nach dem Sommersemester 2020 ausgelaufen, das Studium aber noch nicht beendet? Dann stellen Sie jetzt noch einen Folgeantrag, damit Sie von der neuen Regelung profitieren.

4. Meine Hochschule bietet Online-Veranstaltungen an. Bin ich als BAföG-Empfänger*in verpflichtet daran teilzunehmen?

Sobald an Ausbildungsstätten Online-Lehrangebote zur Verfügung stehen, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten, ist die Teilnahme an diesen Online-Lehrangeboten im Sinne der Förderungsvoraussetzungen verpflichtend.

5. BAföG und Auslandsstudium: Erhalte ich unter diesen Umständen BAföG?

Die einzelnen Regelungen hierzu können auf der Website des BMBF nachgelesen werden.

6. Wie kann ich das Amt für Ausbildungsförderung derzeit kontaktieren?

Die persönlichen Vor-Ort-Sprechzeiten finden bis auf Weiteres nicht mehr statt. Bei Fragen erreichen Sie unser BAföG-Amt zu den telefonischen Sprechzeiten am Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 9.00 – 11.30 Uhr sowie am Dienstag von 13.00 – 15.00 Uhr. Per E-Mail können Sie ebenfalls Kontakt aufnehmen. Sollten Sie Post einwerfen wollen, können Sie diese in unserem Studentenwerksbriefkasten am Eingang Babelsberger Straße 2 (Lange Brücke) hinterlassen. Für die Übermittlung von Antragunterlagen steht Ihnen außerdem das Upload-Portal zur Verfügung.  

7. Für meinen BAföG-Antrag ist die Mitwirkung der Hochschule erforderlich, diese ist persönlich nicht erreichbar. Was kann ich tun?

Sollte für Ihren BAföG-Antrag eine Bestätigung der Hochschule (z. B. Formblatt 5) erforderlich sein, setzen Sie sich bitte auf elektronischem Wege mit der zuständigen Personen oder Ihrem jeweiligen Fachbereich oder dem Prüfungsamt in Verbindung und fordern die Unterlagen auf digitalem Wege an. Sollte dies nicht möglich sein, kontaktieren Sie bitte unser Amt für Ausbildungsförderung.

8. Ich habe bisher kein BAföG bekommen. Meine Eltern oder ein Elternteil sind akut von der Corona-Krise betroffen; sie haben kein oder nur ein stark vermindertes Einkommen. Habe ich jetzt Anspruch auf BAföG?

Wenn Sie aufgrund des Elterneinkommens bisher kein BAföG erhalten haben, Ihre Eltern aber jetzt weniger verdienen, können Sie jederzeit einen neuen BAföG-Antrag stellen und mit einer Aktualisierung (Formblatt 7) das aktuelle Elterneinkommen zugrunde legen lassen.

9. Ich bekomme bereits BAföG, aber meine Eltern oder ein Elternteil sind akut von der Corona-Krise betroffen; sie haben kein oder nur ein stark vermindertes Einkommen. Erhöht sich dadurch meine BAföG-Satz?

Wenn Sie bereits BAföG erhalten, aber aktuell das Elterneinkommen (zum Beispiel eben wegen Kurzarbeit) geringer ist, können Sie einen BAföG-Aktualisierungsantrag (Formblatt 7) stellen und Ihr BAföG-Amt prüft die Höhe Ihres aktuellen BAföG-Anspruches.

10. Wegen der Corona-Krise möchte ich ein Urlaubssemester nehmen. Was muss ich beachten?

Achtung: Für Urlaubssemester – die ja eine Pause vom Studium sind – besteht kein BAföG-Anspruch, weil ja eben kein Studium betrieben wird! Bitte informieren Sie sich unbedingt vor einem Urlaubssemester, welche Konsequenzen das für Ihre Studienfinanzierung hätte. Zu den Voraussetzungen, im Urlaubssemester nötigenfalls Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung, „Hartz IV“) zu beziehen, können Sie sich an unsere Sozialberatung wenden. Aber wichtig ist: Ein Urlaubssemester ist kein Studium; Sie dürfen im Urlaubssemester auch keinerlei Studienleistungen erbringen.

11. Ich bekomme BAföG und engagiere mich zur Pandemiebekämpfung aktuell im Gesundheitswesen, in einer sozialen Einrichtung oder in der Landwirtschaft. Dadurch habe ich vorübergehend ein höheres Einkommen. Welche Auswirkungen hat das auf mein BAföG?

Die Bundesregierung hat beschlossen, den Hinzuverdienst von Auszubildenden aus allen systemrelevanten Branchen und Berufen – rückwirkend ab 1. März und für die Dauer der vom Deutschen Bundestag festgestellten aktuellen epidemischen Lage von nationaler Tragweite – komplett von der Anrechnung auf den Bedarf nach dem BAföG auszunehmen.

12. Ich erhalte eine Studienabschlusshilfe. Was verändert sich für mich während der Pandemie?

Studierende, die Studienabschlusshilfe beziehen und aufgrund der Störungen des Lehrangebots im Präsenzbetrieb an ihrer Hochschule, der Verlegung des Vorlesungsbeginns oder aufgrund von Einreisebeschränkungen ihre Ausbildung nicht wie geplant innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen können, erhalten die Studienabschlusshilfe auch während der pandemiebedingten Einschränkungen weiter. Allerdings bleiben auch sie verpflichtet, ggf. am Online-Lehrangebot teilzunehmen und die Ausbildung zügig abzuschließen.

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