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Corona-Virus: Keine Nachteile für BAföG-berechtigte Studierende

|   BAföG & Finanzen

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Ihrer BAföG-Förderung

Stand: 20.07.2020

1. Bekomme ich weiterhin BAföG?

Ja. BAföG-berechtigten Studierenden entstehen durch die Verschiebung der Präsenzlehrveranstaltungen keine Nachteile. Pandemiebedingte Schließungen von Ausbildungsstätten im Sinne von § 2 BAföG sowie von förderungsfähigen Ausbildungsstätten im Ausland (kurzfristige Schließungen von Ausbildungsstätten bzw. Verlängerung deren vorlesungsfreien Zeiten) sind förderungsrechtlich unschädlich. Diese Schließzeiten werden als unterrichts- bzw. vorlesungsfreie Zeiten im Sinne von § 15 Abs. 2 BAföG behandelt.

Sie erhalten für den genannten Bewilligungszeitraum wie gewohnt Ihre BAföG-Zahlungen.
Alle Informationen rund um das BAföG in Corona-Zeiten finden Sie auch auf der Website des Bundes.

2. Mein Studium startet im Sommersemester 2020. Bekomme ich trotzdem ab sofort BAföG?

Auch Studienanfänger*innen, deren Semesterbeginn sich pandemiebedingt verzögert, erhalten ihr BAföG so, als ob die Präsenzvorlesungen zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt begonnen hätten. Sofern dem Amt für Ausbildungsförderung ein vollständiger Antrag vorliegt und der BAföG-Antrag positiv beschieden wurde, bekommen Sie ab dem Monat der Antragsstellung (frühestens jedoch ab März 2020) BAföG.

3. Mein Studium verlängert sich aufgrund der Pandemie. Erhöht sich damit meine Förderungshöchstdauer?

Unvermeidbare pandemiebedingte Ausbildungsverzögerungen stellen einen schwerwiegenden Grund im Sinne des § 15 Abs. 3 Nr. 1 BAföG dar, die Förderung wird deshalb für eine angemessene Zeit über die Förderungshöchstdauer hinaus geleistet. Dies gilt auch, wenn sich z.B. die Prüfungen auf Zeiten nach der Regelstudienzeit verschieben. Nach § 48 Abs. 2 BAföG verschiebt sich ggf. auch der Vorlagetermin für Leistungsnachweise entsprechend nach hinten.

Update (Stand: 20.07.2020):

Das Land Brandenburg plant eine kurzfristige Änderung des Hochschulgesetzes. Dadurch soll Studierenden unbürokratisch und einfach eine coronabedingte Verlängerung der individuellen Regelstu-dienzeit ermöglicht werden. Außerdem soll damit die Förderungshöchstdauer nach dem BAföG um ein Semester verlängert werden.

Dennoch sollten Studierende schon jetzt ihren Folgeantrag stellen. Bereits gestellte BAföG-Anträge für das Wintersemester 2020/2021, die von der Neuregelung profitieren würden, werden derweil von den Sachbearbeiter*innen in der Bescheidung zurückgestellt, bis die Änderung voraussichtlich Ende September in Kraft getreten ist. 

4. Meine Hochschule bietet Online-Veranstaltungen an. Bin ich als BAföG-Empfänger*innen verpflichtet daran teilzunehmen?

Sobald an Ausbildungsstätten Online-Lehrangebote zur Verfügung stehen, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten, ist die Teilnahme an diesen Online-Lehrangeboten im Sinne der Förderungsvoraussetzungen verpflichtend.

5. BAföG und Auslandsstudium: Erhalte ich unter diesen Umständen BAföG?

Die einzelnen Regelungen  hierzu können auf der Website des BMBF nachgelesen werden.

6. Wie kann ich das Amt für Ausbildungsförderung derzeit kontaktieren?

Die persönlichen Sprechzeiten finden bis auf Weiteres nicht mehr statt. Sie können die Mitarbeiter*innen stattdessen von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 15 Uhr telefonisch kontaktieren, freitags von 9 bis 14 Uhr. Per E-Mail können Sie ebenfalls Kontakt aufnehmen. Sollten Sie Post einwerfen wollen, können Sie diese in unserem Studentenwerksbriefkasten am Eingang Babelsberger Straße 2 (Lange Brücke) hinterlassen. Für die Übermittlung von Unterlagen steht Ihnen unser Upload-Portal zur Verfügung.  

7. Für meinen BAföG-Antrag ist die Mitwirkung der Hochschule erforderlich, diese ist persönlich nicht erreichbar. Was kann ich tun?

Sollte für Ihren BAföG-Antrag eine Bestätigung der Hochschule (z. B. Formblatt 5) erforderlich sein, setzen Sie sich bitte auf elektronischem Wege mit der zuständigen Personen oder Ihrem jeweiligen Fachbereich oder dem Prüfungsamt in Verbindung und fordern die Unterlagen auf digitalem Wege an. Sollte dies nicht möglich sein, kontaktieren Sie bitte das Amt für Ausbildungsförderung.

8. Ich habe bisher kein BAföG bekommen. Meine Eltern oder ein Elternteil sind akut von der Corona-Krise betroffen; sie haben kein oder nur ein stark vermindertes Einkommen. Habe ich jetzt Anspruch auf BAföG?

Wenn Sie aufgrund des Elterneinkommens bisher kein BAföG erhalten haben, Ihre Eltern aber jetzt weniger verdienen, können Sie jederzeit einen neuen BAföG-Antrag stellen und mit einer Aktualisierung (Formblatt 7) das aktuelle Elterneinkommen zugrunde legen lassen.

9. Ich bekomme bereits BAföG, aber meine Eltern oder ein Elternteil sind akut von der Corona-Krise betroffen; sie haben kein oder nur ein stark vermindertes Einkommen. Erhöht sich dadurch meine BAföG-Satz?

Wenn Sie bereits BAföG erhalten, aber aktuell das Elterneinkommen (zum Beispiel eben wegen Kurzarbeit) geringer ist, können Sie einen BAföG-Aktualisierungsantrag (Formblatt 7) stellen und Ihr BAföG-Amt prüft die Höhe Ihres aktuellen BAföG-Anspruches.

10. Wegen der Corona-Krise möchte ich ein Urlaubssemester nehmen. Was muss ich beachten?

Achtung: Für Urlaubssemester – die ja eine Pause vom Studium sind – besteht kein BAföG-Anspruch, weil ja eben kein Studium betrieben wird! Bitte informieren Sie sich unbedingt vor einem Urlaubssemester, welche Konsequenzen das für Ihre Studienfinanzierung hätte. Zu den Voraussetzungen, im Urlaubssemester nötigenfalls Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung, „Hartz IV“) zu beziehen, können Sie sich an unsere Sozialberatung wenden. Aber wichtig ist: Ein Urlaubssemester ist kein Studium; Sie dürfen im Urlaubssemester auch keinerlei Studienleistungen erbringen.

11. Ich bekomme BAföG und engagiere mich zur Pandemiebekämpfung aktuell im Gesundheitswesen, in einer sozialen Einrichtung oder in der Landwirtschaft. Dadurch habe ich vorübergehend ein höheres Einkommen. Welche Auswirkungen hat das auf mein BAföG?

Die Bundesregierung hat sich dafür ausgesprochen, den Hinzuverdienst von Auszubildenden aus allen systemrelevanten Branchen und Berufen – rückwirkend ab 1. März und für die Dauer der vom Deutschen Bundestag festgestellten aktuellen epidemischen Lage von nationaler Tragweite – komplett von der Anrechnung auf den Bedarf nach dem BAföG auszunehmen. Eine gesetzliche Regelung wird jedoch voraussichtlich erst im Mai erfolgen.

12. Ich erhalte eine Studienabschlusshilfe. Was verändert sich für mich während der Pandemie?

Studierende, die Studienabschlusshilfe beziehen und aufgrund der Störungen des Lehrangebots im Präsenzbetrieb an ihrer Hochschule, der Verlegung des Vorlesungsbeginns oder aufgrund von Einreisebeschränkungen ihre Ausbildung nicht wie geplant innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen können, erhalten die Studienabschlusshilfe auch während der pandemiebedingten Einschränkungen weiter. Allerdings bleiben auch sie verpflichtet, ggf. am Online-Lehrangebot teilzunehmen und die Ausbildung zügig abzuschließen.

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